Cape Cross: Protest gegen Robben-Schlachten an Namibias Küste

Das Töten von über 90.000 Robben bei Cape Cross an der Atlantikküste Namibias sorgt bei Tierfreunden für Empörung. Die Organisation Sea Shepherd in Südafrika hat zu einer Protestaktion aufgerufen, um das Abschlachten zu beenden. Während die Bullen gezielt erschossen werden, würden die Babys mit Knüppeln erschlagen, um das wertvolle Fell nicht zu verschmutzen, erklärt Sea Shepherd. Das namibische Fischereiministerium würde die Zustimmung zur Robben-Jagd damit begründen, daß die Meeressäuger die Fischbestände gefährden würden. Die Fischerei-Industrie ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das südwestafrikanische Land.

"Wir sprechen von Robbenernte (seal harvest) und nicht von Robbenschlagen (seal culling), da wir unsere erneuerbaren Meeresressourcen nachhaltig nutzen und hegen", sagte Fischereiminister Dr. Abraham Iyambo auf einer Pressekonferenz, berichtet die Allgemeine Zeitung aus Windhoek. Auf der Grundlage wissenschaftlicher Erhebungen habe er dem Kabinett die Zahlen der diesjährigen Quoten vorgeschlagen. Drei namibische Unternehmen dürften seit dem 1. Juli Im vergangenen Jahr lag die Quote bei 5000 Bullen und 65000 Jungrobben. An der Küste Namibias gebe es augenblicklich 700000 erwachsene Kap-Pelzrobben und 138000 Jungrobben. Den Schwerpunkt bilden zwei große Kolonien in der Atlas-Bucht und am Cape Cross (Kreuzkap), wo die possierlichen Robben auch als Touristenattraktion gelten.

"Um Tiere nachhaltig zu nutzen, müssen diese getötet werden. Dies ist bei Hühnern, Schweinen, Rindern und selbst bei Wild so. Wir versuchen die beste Methode des Tötens anzuwenden und bisher konnte uns niemand eine effektivere Methode als den Gebrauch eines Knüppels vorschlagen", zitiert die Allgemeine Zeitung Iyambo. Das Erschießen könnte bei Jungtieren nicht angewandt werden, da die Kugel oft den Kopf durchdringen und andere Tiere dahinter verletzen würde, erklärte der Minister. Die Männer, die die Robben töten, müßten ausgebildet sein, genauso wie jene, die Wild nachhaltig nutzen. Daß es dabei immer noch zu Fehlern kommen könnte, sei unvermeidbar, da niemand perfekt sei, sagte Iyambo. Die Saison für die so genannte Robbenernte endet am 15. November.

marco - clock 19:21:21 - Montag, 10.07.06 - Afrika News - 8429x - pencil permalink
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