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Erste Farm in Namibia enteignet
In Namibia wurde jetzt die erste Farmenteignung offiziell abgeschlossen. Die Eigentümer von Ongombo West haben eine Entschädigung von 3,7 Millionen Namibia-Dollar (etwa 485.000 Euro) akzeptiert. Das berichtete die Allgemeine Zeitung aus Windhoek am Freitag.
Bislang hatten Regierungsmitglieder vor allem in Wahlkampfzeiten immer wieder davon gesprochen, das Problem der ungleichen Verteilung des Grundeigentums in Namibia mit einer Landreform lösen zu wollen. Allerdings sollte dabei nach dem Prinzip „williger Verkäufer – williger Käufer“ vorgegangen werden. Zwangsenteignungen wurden in erster Linie ausländischen Grundbesitzern angedroht, die ihre Ländereien nur gelegentlich besuchten und nicht selbst bewirtschafteten. Der Prozeß schien anders als bei den willkürlichen Enteignungen im Nachbarland Simbabwe in Namibia viel mehr nach rechtsstaatlichen Prinzipien abzulaufen.
Mit Familie Wiese, deren Vorfahren einst aus Deutschland nach Südwestafrika gekommen waren, hat es nun aber Farmer getroffen, die ihren Betrieb offenbar nicht aus freien Stücken verkaufen. Wie aus dem Zeitungsbericht hervorgeht, habe ein von den Farmern beauftragter Gutachter den Wert des Hofes auf neun Millionen Dollar beziffert. Sie habe keine Erfolgsaussichten mehr gesehen und wollte den Schwebezustand endlich beenden, sagte Hilde Renate Wiese der Allgemeinen Zeitung als Grund dafür, daß sie auf weitere Rechtsmittel verzichtete und die von der Regierung angebotenen Summe von 3,7 Millionen nun akzeptierte.
Die Farmersfamilie wolle in die Stadt ziehen. Ohne das Expertenwissen der bisherigen Betreiber werde die Schnittblumen-Produktion auf Ongombo West wohl bald eingehen, befürchtet Frau Wiese. Unklar sei, was aus den zwölf schwarzen Angestellten und ihren Familien werden soll. Sie müßten das Farmgelände ebenfalls verlassen.
Ein Arbeitskonflikt, der nach Meinung der Arbeitgeber von der Gewerkschaft inszeniert worden sein soll, könnte Grund für die Regierung gewesen sein, die Enteignung von Ongombo West zu forcieren. So zumindest eine Vermutung. Nun könnten ausgerechnet die Farmarbeiter die Opfer der Maßnahme sein. Sie verlieren ihre Arbeitsplätze. Betroffen seien inklusive der Familienangehörigen etwa 70 Menschen.
21:16:24 - Samstag, 03.09.05 - Afrika News - 6694x -
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